Da WordPress in den letzten Jahren nicht nur als Privatblog oder zur reinen Unternehmenskommunikation, sondern auch zunehmend im E-Commerce-Bereich eingesetzt wird, haben viele Plugin-Entwickler diesen Trend erkannt und entsprechende E-Commerce-Lösungen für WordPress auf den Markt gebracht.

Um eigene Produkte über WordPress zu verkaufen, gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Shop-Plugins, leider stammen die meisten davon aus dem amerikanischen Markt und neben dem Nachteil der englischen Sprache erfüllen sie auch nicht die gesetzlichen Vorgaben, an die jeder Online-Händler im deutschsprachigen Raum gebunden ist.

Ich werde Ihnen daher nachfolgend zwei Lösungen für den deutschen Markt vorstellen, über die Sie Ihre eigenen (auch digitalen Download-)Produkte auf Basis von WordPress verkaufen können und die mit den grundsätzlichen Vorschriften im Ecommerce-Bereich konform gehen, wie zB. Einbindung der Widerrufsbelehrung, AGB sowie Datenschutzhinweise in den Bestellablauf sowie die Angabe der Versandkosten und  Umsatzsteuer in unmittelbarer Nähe zum Produkt.

Bei der ersten vorgestellten Lösung WPShopGermany handelt es sich um ein Shop-Plugin, welches sich als Inhouse-Lösung komplett in den WordPress-Blog integriert. Bei der zweiten vorgestellten Lösung Sellaround.net handelt es sich um eine neue und innovative Social-Commerce-Plattform, über die man einen eigenen Shop in Form eines Widgets erstellen kann. Dieses Widget lässt sich dann ganz einfach auf Facebook oder in den eigenen Blog, bzw. die eigene Website einbinden.

WPShop Germany

Nachdem es lange Zeit keine wirklich brauchbaren deutschen eCommerce-Shop-Lösungen für WordPress gab, kam Mitte 2010 ein neues WordPress-Shop-Plugin auf den Markt, das endlich auch auf die Bedürfnisse des deutschen eCommerce-Rechts zugeschnitten war: WPShop Germany (http://wpshopgermany.maennchen1.de/) der deutschen Firma mit dem etwas drollig klingenden Namen maennchen1.de.

Das einfach zu installierende WordPress-Plugin (in den Ordner wp-content/plugins hochladen und in der Administration aktivieren) läuft als Shoplösung nur unter der Administration von WordPress und integriert sich entsprechend auch optisch nahtlos in den WordPress-Frontendbereich. Produkte können entweder in Artikel oder auch Seiten eingebunden werden. Der Warenkorb lässt sich ganz einfach als Widget in der Seitenleiste von WordPress einbinden.

Rechtstexte wie  AGB, Datenschutzerklärung und Widerrufsrecht sowie die Versand-kosten können ebenfalls einfach in die vorgegebenen Templates eingefügt und in den Bestellablauf integriert werden. Für sicherheitsbewußte Händler bietet die Firma sogar ein kostenloses Zusatz-Modul an, das die einfache Implementierung von Protected Shops (http://www.protectedshops.de/) ermöglicht, einem Serviceportal, das Händlern ab einer Monatsgebühr von € 14,90 rechtssichere und regelmäßig aktualisierte Texte für AGB, Widerrufsbelehrung & Co. anbietet. Wer sich mit den Gedanken um lästige Abmahnungen nicht herumschlagen möchte, sollte sich den Service näher ansehen.

Mit dem optional erhältlichen Rechnungsmodul (14 Tage Testversion) ist es möglich, PDF-Rechnungen für die Bestellungen zu generieren und per Email zu versenden.

Als Bezahlmodule sind Paypal, Sofortüberweisung, Bankeinzug, Vorkasse, Nach-nahme, Rechnung und  Abholung eingebunden.  Man kann zudem verschiedene Mehrwertsteuersätze je Produkt definieren.

Die Preise sind moderat:Für die Light-Version (Installation auf einer Domain) fallen
€ 18,99 inkl. 19% MwSt. einmalig an. Die Light-Version wendet sich in erster Linie an Verkäufer digitaler Produkte, da sie nur für Downloadartikel vorgesehen ist und als Bezahlmodul nur Paypal zur Verfügung steht. Wer auch auf die anderen Zahlungs-module zurückgreifen möchte, muß dafür die mit € 35,99 inkl. 19% MwSt. zu Buche schlagende Pro-Version erwerben, über die zusätzlich Stückartikel verkauft werden können. Mit der Enterprise-Edition für € 99,99 inkl. 19% MwSt. erwirbt man das Recht zur Installation des Plugins auf unbegrenzt vielen Domains und darf auch den Hinweis auf die verwendete Shopversion in der Email-Vorlage entfernen.

Downloadartikel können einfach eingebunden werden über die Upload-Funktion von WordPress. Die Auslieferung erfolgt bei den Bezahlweisen Paypal und Sofortüber-weisung automatisch per Email-Downloadlink.

Nachfolgend erhalten Sie einen kleinen Einblick in den Administrationsbereich:

Nach der Aktivierung des Plugins erscheint ein neues Navigationselement im linken Menü der WordPress-Administration. Über den Menüpunkt „Konfiguration“ (1) kann man die grundsätzlichen Einstellungen vornehmen. Unter „Seiteneinstellungen“ (2) werden die Seiten für Warenkorb sowie die Rechtstexte (AGB, etc.) definiert. Wenn man diese noch nicht angelegt hat, kann man durch den Klick auf „Beispielseiten anlegen und setzen“ vorgefertigte Seiten (die man später über den Bereich „Seiten erstellen“ mit seinen Inhalten füllen kann) automatisch erstellen lassen.

Über den Menüpunkt „Module“ (Abbildung unten) können die jeweils benötigten Module aktiviert und ggfl. weitere Einstellungen vorgenommen werden.

Im Bereich „Templates“ können die verschiedenen Vorlagen für die Produktseiten und Emails bei Bedarf noch angepasst werden. Es können auch mehrere Templates angelegt werden und somit für verschiedene Produkte individualisiert werden:

 

Die Produktverwaltung: Über die Produkttyp-Auswahl „Downloadprodukt“ (1)  kann man downloadbare Produkte anlegen. Nach dem  Anlegen kann die Downloaddatei direkt über die Upload-Funktion hochgeladen und mit dem Produkt verknüpft werden.

 

 

Das Einfügen der Produkte in die Artikel oder Seiten erfolgt ganz einfach über das WPShopGermany-Icon (1):

 

In dem sich öffnenden Fenster wählt man nun das entsprechende Produkt aus und klickt auf „Einfügen“:

Über den Tag [wpshopgermany product=“xyz“] („xyz“ durch die jeweilige Produkt-ID ersetzen) kann man das Produkt auch manuell einfügen:

Tipp: Wenn Sie für den Shop eine feste Navigationsstruktur aufbauen möchten, empfehle ich dafür die Seiten-Funktion von WordPress zu verwenden, da Seiten für die immer zugänglichen statischen Inhalte wie z.B. Impressum, Über uns, u.s.w. verwendet werden. Mit den Seiten lässt sich auch eine individuelle Navigation anlegen, mit der Sie z.B. die Produkte nach Kategorien unterteilen können.

Artikel hingegen werden blogtypisch in chronologischer Reihenfolge abgelegt und ältere Artikel wandern auf der Startseite (oder einer unter „Einstellungen – Lesen“ festgelegten statischen Seite wie z.B. „Blog“ oder „News“) automatisch nach unten.

Grundsätzlich können Sie die Produkte aber auch an mehreren Stellen gleichzeitig einfügen, z.B. einmal als immer vorhandene Produkt-Seite innerhalb der festen Navigation des Seiten-Bereiches und einmal als Produkt-Seite innerhalb eines Artikels.

Tipp 2: Wenn Sie WordPress primär als Shop einsetzen möchten, finden Sie unter den folgenden Links eine Auswahl an speziellen WordPress-eCommerce-Themes:

http://www.wordweb.ch/wordpress/wordpress-themes-online-shop/

http://www.themes4wp.de/wp/ecommerce/