Konversion-Optimierung: Wann Kunden kaufen – und wann nicht

Nur 3% mehr Käufer verdoppeln den Gewinn!

Vielleicht haben Sie selbst ja schon das eine oder andere Mal verwundert mit dem Kopf geschüttelt, wenn Sie in Ihrem Shop oder Ihrer Tracking-Software eine „Wer ist Online“-  oder „Live“-Funktion haben, mit der Sie sehen können was aktuell in Ihrem Shop passiert:

Man beobachtet einen Kunden, der schon eine ganze Weile im Shop herumsurft, sich vielleicht auch schon ein Produkt in den Warenkorb gepackt hat. Er ist sogar schon im Bestellvorgang. Man wartet gespannt darauf, dass der Kunde den Bestellvorgang abschließt. Und plötzlich ist er weg. Von einer Sekunde auf die andere verschwunden in den unendlichen Weiten des Internets.

Was ist hier passiert? Gerade war doch alles noch wunderbar in Ordnung und dann ist, von einer Sekunde auf die andere, der schon sicher geglaubte Verkauf urplötzlich geplatzt, hat sich der Kunde einfach in Luft aufgelöst. Irgend etwas hat ihn im wahrlich allerletzten Moment doch noch vom Kauf abgehalten. Ein Anruf, die Familie, der Preis oder was auch immer? Nicht immer!

Der Moment, in dem der Kunde auf den „Kaufen“, „Bestellen“ oder „Bestellung abschicken“ –Button klickt (oder auch nicht), ist der sensibelste Moment im gesamten Verkaufsprozess. Alles andere ist lediglich ein Vorspiel, jetzt fällt die Entscheidung. In genau dier Sekunde findet das Verkaufen statt! Jetzt entscheidet es sich letztendlich, ob ein Besucher zum Käufer wird oder nicht. Sie ein Produkt oder eine Dienstleistung verkaufen oder nicht. Sie Geld verdienen oder nicht.

Die übliche Bestellrate in einem Onlineshop liegt bei 3 %. Nur 3 von 100 Besuchern kaufen im Durchschnitt etwas beim Besuch in einem Onlineshop. Und ich kenne viele Shopbetreiber, die wären schon über diese Quote heilfroh. Das heißt im Umkehrschluss aber auch: Durchschnittlich 97 % der Besucher kaufen nicht. 97 von 100 Besuchern verlassen den Shop einfach wieder!

Stellen Sie sich doch einmal vor, wie das in einem Ladengeschäft aussehen würde. Ein Riesengedrängel, aber alle wären nur am Rein- und Rauslaufen, die Kassen dagegen gähnend leer. Besuchermassen wie bei Apple, wenns das neue iPhone gibt, aber keiner kauft. Jede Menge Traffic, aber kein Erfolg! Was würden Sie von einem solchen Laden halten?

Nur gut, dass Online-Besucher sich in dem Gedrängel gegenseitig nicht umrempeln können. Aber Spass beiseite, drängt sich Ihnen nicht auch die Frage auf: Wie kann man diese Besucher dazu bringen zu kaufen? Wo sie doch schon da sind! Das ist ein unglaubliches Potenzial, was da täglich in Tausenden von Shops einfach wieder verschwindet.

Wenn Sie weitere 3 % (nur 3 weitere von 97 Besuchern!) dazu bringen könnten zu kaufen, würden Sie Ihren Umsatz verdoppeln!

Das müsste doch zu machen sein!

An dieser Stelle kommen viele Onlinehändler fast reflexartig auf die gleiche Idee: Noch mehr Traffic! Dann steigen automatisch auch die Verkaufszahlen. Auf den ersten Blick vielleicht richtig, aber nicht richtig durchdacht.

In unserem Grundlagen-Workshop zum Thema Konversion-Optimierung erfahren Sie …

  • warum mehr Traffic allein nichts bringt,
  • warum es eine hohe Dunkelziffer an „Kaufgegnern“ gibt,
  • warum Kunden im letzten Moment verschwinden,
  • wie Sie Zweifler wirklich überzeugen
  • und wie die Antwort auf unsere große Frage lautet.

Inhaltsverzeichnis des Workshops:

Mehr Traffic allein bringt nichts

  • Eine hohe Dunkelziffer an “Kaufgegnern”
  • Warum bzw. wann kauft ein Kunde?
  • Überzeugen Sie die Zweifler
  • Die Antwort auf unsere Frage

Besucher, die unbekannte Spezies

  • Was suchen Besucher im Internet?
  • Ein Besucher sucht im Internet nach Informationen
  • Ein Besucher sucht Vertrauen
  • Ein Besucher hat Erwartungen

Gute und weniger gute Besucher

  • Tante Hilde und Onkel Herbert
  • Nutzlose Besucher
  • Hochwertige und minderwertige Besucher

Viele, meist ganz einfach umzusetzende, Praxis-Tipps zum Thema: Aus Besuchern Käufer machen finden SIe auch in unserem Workshop unter diesem Link:

www.internetunternehmerakademie.de/website-erstellung/wordpress-powertraining/so-erstellen-sie-eine-konversionstarke-website/

[DAP hasAccessTo=“30″ errMsgTemplate=“LONG“]
[dt_sc_toggle title=“Wann Kunden kaufen – und wann nicht“]

Mehr Traffic allein bringt nichts!

Die übliche Theorie: Überall wird einem suggeriert „Traffic steigern, Besucherzahlen erhöhen“ – das wäre der Königsweg zum Erfolg im Internet. Nur, das allein bringt gar nichts! Es ist zwar richtig, „mehr Besucher“ bedeutet oft auch „mehr Käufer“. Nur, in den allermeisten Fällen sinkt damit gleichzeitig die ohnehin schon schlechte Bestellrate noch weiter. Jetzt kaufen auf einmal nur noch  1 % oder gar 0,5 % der Besucher. Um dieses Mehr an Besuchern zu erreichen, wurden aber oft die Marketingausgaben erhöht und das treibt den Gewinn noch weiter in den Keller, weil die Marketingausgaben pro Käufer bzw. Verkauf steigen.

Das übliche Ergebnis: Der Shop wird noch ineffektiver, weil ja mit den Bestellungen auch die Verwaltungsarbeiten und –ausgaben steigen. Versand, Buchhaltung, Kundenservice – alle diese Arbeiten nehmen mit der Steigerung der Verkäufe zu. Dazu kommen, wie schon erwähnt, die höheren Werbekosten und alle diese Ausgaben zusammen fressen jetzt den größten Teil der Einnahmen wieder auf. Der Rest geht Ende des Jahres ans Finanzamt und man hat mal wieder das Gefühl, nur für andere gearbeitet zu haben.

Die bessere Strategie: Entscheidend ist nicht die Summe der Besucher in einem Shop. Dass können mehr oder weniger sein. Es geht um die Anzahl hochwertiger Besucher! Um die Anzahl der Käufer im Vergleich zu den Besuchern oder auch in Relevanz zu den Marketingkosten. Je geringer die Marketingkosten pro Kauf oder auch pro Neukunde sind, desto besser ist ihr Shop, desto besser sind Sie als Verkäufer. Diese Zahlen entscheiden darüber, ob ein Shop effektiv ist, Gewinn abwirft oder nur Arbeit macht, die einem keiner bezahlt. Die Anzahl der Besucher, der Traffic allein, sagt absolut gar nichts darüber aus und ist  deshalb nicht der richtige Ansatzpunkt, um Ihren Shop zu optimieren. Wenn Sie also wieder einmal die tollen Werbesprüche vom Traffic erhöhen lesen, denken Sie daran: Nicht die Besucher bringen das Geld, sondern die Käufer!

Eine hohe Dunkelziffer an „Kaufgegnern“

Hochwertige Besucher sind die, die tatsächlich daran interessiert sind zu kaufen und nur nicht wissen, bei wem! Nur bei diesen besteht die reelle Chance, sie während ihres Besuchs auf Ihrer Verkaufsseite, in Ihrem Shop oder bei ihrer eBay-Auktion auch tatsächlich zum Kauf zu bewegen. Alle anderen Besucher sind zwar schön, aber bringen Ihnen im Endeffekt rein gar nichts, wenn man von eventuellen Spontankäufen einmal absieht.

Hier zeigen sich gleich zwei Probleme:

  • Wie bekomme ich hochwertige Besucher in meinen Shop/ auf meine Auktion?
  • Wie überzeuge ich diese dazu, gerade bei mir zu kaufen?

Man sollte diese beiden Dinge aber nicht zu sehr voneinander trennen. Gerade Ersteres lässt sich nur richtig lösen, wenn man sich zuvor mit Zweitem beschäftigt hat.

Wie meine ich dass? Ein hochwertiger Besucher kommt in Ihren Shop mit der Absicht zu kaufen und Sie haben das Produkt zu einem konkurrenzfähigen Preis. Was ist passiert, wenn er ihren Shop verlässt, ohne zu kaufen obwohl er doch die Gelegenheit hatte? Er hat sich gegen ihren Shop, gegen Sie entschieden! Und das ganz bewusst erst während des Besuches auf Ihrer Webseite!

Normalerweise wird immer angenommen, jemand entscheide sich für einen Anbieter. Dabei wird aber übersehen, dass er sich vorher oft schon gegen einige andere Anbieter entschieden hat. Hier ist der Hebel, wo ein Shopbetreiber ansetzen kann und muss, denn das hier ein riesiges Potenzial schlummert, zeigt eindeutig die Zahl von 97 % Besuchern, die durchschnittlich eben nicht zu Käufern werden. Wie viele davon haben sich erst während ihres Besuchs gegen den Shopbetreiber entschieden?

Leider kann man dass nicht so einfach feststellen, denn man erfährt ja nicht, dass sich der Besucher, der vor einigen Minuten Ihren Shop verlassen hat, das begehrte Produkt jetzt beim Konkurrenten drei Klicks weiter gekauft hat, obwohl der vielleicht sogar deutlich teurer ist als Sie. Doch allein schon die Tatsache, das sich so wenige Besucher (3 von 100) auch entschließen zu kaufen, besagt, dass die Dunkelziffer der „Kaufgegner“ beträchtlich sein muss.

Ihre Besucher-Statistik sagt Ihnen nicht eindeutig, wie oft sie kurz davor waren einen Verkauf zu generieren. Aber Sie können getrost davon ausgehen (vorausgesetzt, Sie machen halbwegs gute Werbung), dass ein ziemlich großer Teil Ihrer Besucher sich nicht nur zufällig auf Ihre Webseite verirrt hat, sondern ernsthaft an einem Kauf interessiert ist, es aber nicht tut. Man erkennt diese Besucher ganz grob daran, dass sie sich länger auf der Webseite aufhalten und auch mehr Seiten anklicken als der Durchschnitt und am Ende doch unverrichteter Dinge von dannen ziehen. Warum?

Oft auch werden Artikel in den Warenkorb gelegt, der Besucher entschließt sich sogar zur Kasse zu gehen, klickt sich durch den kompletten Bestellvorgang, um am Ende trotzdem alles stehn und liegen zu lassen und auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden. Was hat ihn jetzt noch abgeschreckt?

Stellen Sie sich einmal vor, sie würden hier ansetzen und versuchen diese Beinahe-Käufer für Ihren Shop zu gewinnen. Diese Kunden wollen kaufen, sind schon auf Ihrer Webseite, sie nehmen sich Zeit die Informationen zu suchen und auch zu lesen. Sie stehen ganz kurz davor, zu kaufen. Tun es aber nicht. Warum bloß  nicht?

Um dieses Phenomen zu verstehen (und zu vermeiden) müssen wir uns einmal ganz grundsätzlich die Frage stellen:

Warum bzw, wann kauft  ein Kunde?

  • Ein Kunde kauft nur dann, wenn er sich sicher ist, das Richtige zu tun!

Damit ist nicht einmal gemeint, dass er Ihren Shop nicht sicher und gut genug findet oder kein Vertrauen in Ihre Person hat. Er muss sich vor allem auch sicher sein, dass er das richtige Produkt zum richtigen Preis kauft.

  • Der Kunde will sicher sein, dass er den Kauf nicht später bereut!

Bestehen irgendwelche Zweifel, kauft er nicht. Er möchte nicht das Risiko eingehen einen Fehlkauf getätigt zu haben, etwa weil die Kamera sich nicht an den Fernseher anschließen lässt, die Jeans am Ende entscheidende zwei Zentimeter zu lang ist oder das Infoprodukt doch nur wieder jede Menge altbekannter Floskeln in einer neuen Verpackung präsentiert. Das ist die Angst vor einer Enttäuschung!

Da nützt auch kein noch so kostenloser Umtauschservice. Der Aufwand für das Wiederverpacken und zur Post bringen ist den meisten Kunden viel zu umständlich. Ob die Reklamation überhaupt anerkannt wird, ist nicht sicher. Digitale Produkte können in der Regel gar nicht zurückgegeben werden. Dann doch lieber im Laden um die Ecke kaufen, obwohl es dort teurer ist. Beim nächsten Einkaufsbummel kann man die Jacke ja schnell wieder umtauschen oder einfach wieder zurückgeben.

Die Gefahr, enttäuscht zu werden ist bei Ladenkäufen naturgemäß geringer, weil der Käufer die Ware vorher begutachten, anprobieren oder ausprobieren kann und den Kauf, sollte er sich später doch noch als Fehlkauf entpuppen, fast immer unbürokratisch und ohne großen Aufwand zurückgeben kann. Zur Not bei genau dem Verkäufer, der ihn vorher „beraten“ hat und nicht an irgendeine anonyme Postadresse, womöglich noch, nachdem man sich vorher mit einer inkompetenten oder gar unkooperativen Hotline herumschlagen musste.

Genau das ist der Alptraum vieler potenzieller Onlinekäufer und er befällt sie in einem ganz bestimmten Augenblick: Dem Moment, wo sie sich entschließen auf den Bestellbutton zu klicken. In genau diesem Moment gehen ihnen solche Dinge durch den Kopf. Jetzt überlegen sie ein letztes, entscheidendes Mal und deshalb umso gründlicher, ob sie mit diesem letzten Klick wirklich das Richtige machen. Sind nicht (Haben Sie nicht … ) im Vorfeld wirklich alle Zweifel restlos ausgeräumt, kommen sie jetzt wieder hoch, im absolut unpassendsten Moment und der Verkauf ist in der letzten Sekunde doch noch geplatzt.

Beim Onlinekauf ist es für den Kunden viel wichtiger sicher zu gehen, das Richtige zu kaufen. Einfach mal Mitnehmen zum Anprobieren geht eben nicht. Jeder Fehlkauf ist mit einem großen Aufwand verbunden, wenn man ihn rückgängig machen will. Und:

  • nimmt dieser anonyme Shop das überhaupt zurück?
  • Oder macht der Ärger und man muss wochenlang E-Mails bis hin zur Drohung mit dem Anwalt hinterherschicken?
  • Man hat da ja schon die dollsten Sachen gehört.

Den Verkäufer im Laden kann man zur Not noch persönlich überzeugen. Das Rücksende-Formular nicht!

Die Angst, am Ende auf dem falschen Kauf sitzen zu bleiben, ist viel größer, als die meisten Shopbetreiber denken, weil sie wie Shopbetreiber denken! Sie selbst kennen sich, wissen, wie gut Ihr Kundenservice ist, wie kulant Sie bei jedem Umtausch sind, dass Sie alles dafür tun würden, Ihre Kunden zufriedenzustellen. Viele Shopbetreiber haben täglich mit ihren Produkten zu tun, kennen diese und können sich deshalb gar nicht mehr in den unwissenden Kunden hineinversetzen, den immer noch die Frage quält, ob das Kabel mitgeliefert wird oder nicht.

Fehlende Sicherheit ist in den meisten Fällen der Grund, wenn ein Kunde kurz vor der endgültigen Entscheidung kalte Füße bekommt und in noch viel mehr Fällen, wo der Kunde es erst gar nicht bis zum Bestellformular schafft, erst gar nichts in den Warenkorb packt. Er ist sich einfach nicht hundertprozentig sicher! Je früher die Zweifel überhand nehmen, desto früher ist der Besucher auch wieder weg. Im schlimmsten Falle (und davon gibt es unglaublich viele!) gibt einem Besucher schon die Startseite oder Landingpage den Rest. Knallbunte Reklamesprüche, ein Design wie aus dem letzten Jahrhundert, Rechtschreibfehler schon in den Überschriften, nervige Werbe-Popups, automatisch losleiernde Ego-Videos, die wie mit dem Handy im IKEA-Restaurant aufgenommen wirken, können einen potenziellen Käufer schneller vergraulen, als er sich den Namen der Webseite merken kann.

Aber auch seriöse Onlinehändler müssen nicht  nur gegen die Konkurrenz, sondern immer auch gegen die grundsätzlichen Zweifel der Besucher ankämpfen. Kein Internetnutzer geht heute mehr davon aus, dass alle Onlinehändler grundsätzlich seriös und vertrauenswürdig sind. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Die Grundhaltung des modernen Internetnutzer ist ein gesundes Misstrauen. Das müssen Sie immer erst abbauen, bevor sich der Besucher überhaupt entschließt irgendetwas bei Ihnen zu kaufen. Dieses Misstrauen können Sie aber auch sehr schnell in echte Zweifel verwandeln, wenn Sie einige, oft nur kleine, aber wichtige Dinge falsch machen.

Überzeugen Sie die Zweifler!

Bei den Kunden, die Ihr Angebot zwar lange und intensiv studieren, aber Ihren Shop dann einfach unverrichteter Dinge wieder verlassen, konnten Sie irgendwelche Zweifel an Ihnen oder Ihrem Produkt schon im Vorfelde nicht ausräumen.

Kunden, die etwas in den Warenkorb packen und am Ende doch nicht bestellen, befallen die Zweifel erst ganz am Ende, wenn sie ihre Entscheidung ein letztes Mal überdenken.

  • Bekomme ich das Produkt nicht vielleicht irgendwo anders oder zu einem späteren Zeitpunkt billiger?
  • Habe ich mich auch für die richtige Marke, das richtige Modell usw. entschieden?
  • Passt der Fernseher in meine Schrankwand oder ist er nicht zu schwer, um ihn an meine Wohnzimmerwand zu hängen? Ist das Kabel lang genug?
  • Wie fällt das Kleid aus? Auf Größenangaben kann man sich ja nicht wirklich verlassen.
  • Kann ich das E-Book auch auf meinen E-Book-Reader laden?
  • Ist das Spiel schon was für Fünfjährige?
  • Bekomme ich wirklich nützliche Informationen, wenn ich dieses Magazin abonniere?

Diese Liste kann man endlos erweitern, aber ich glaube, die wenigen Beispiele machen schon deutlich, worum es geht. Solche Gedanken kreisen in den Köpfen der Leute, bevor sie eine Entscheidung treffen und nur allzu oft führen sie dazu, dass der Kunde nicht kauft. Weil wir seine Zweifel nicht ausräumen konnten.

Aber hier auch einmal eine gute Nachricht: Schon mit geringem Aufwand nur im Shop, können Sie selbst große Veränderungen bewirken.

Eine Verdoppelung oder auch Verdreifachung der Bestellrate ist so gut wie immer möglich. Und das ohne eine einzige Änderung bei der Werbung. Man kann, glaube ich, sogar davon ausgehen, dass in jedem Shop mindestens 10 % der Besucher hochwertige Besucher sind, die man mit etwas Geschick zum Kauf bewegen könnte. Kombiniert man diese internen Optimierungen jetzt mit den richtigen Marketingmaßnahmen, die die Anzahl der hochwertigen Besucher noch weiter verbessern, sind sogar Bestellraten von 20 % oder gar 30 % realisierbar.

Aber wie schon erwähnt, man muss dabei zuerst bei sich selbst ansetzen, im eigenen Shop oder der eigenen Auktion, in der eigenen Sichtweise. Es bringt nichts immer nur die AdWords-Werbung, den Newsletter und alles andere auszuwerten und zu optimieren, wenn man es nicht schafft, das tatsächlich vorhandene Potenzial im Shop selbst nutzbar zu machen. Es geht in erster Linie um den Kaufprozess an sich, die eine Sekunde ganz am Ende. Nicht, um die Optimierung des Bestellvorgangs, wie immer wieder in Zusammenhang mit Bestellabbrüchen gepredigt wird. Das ist nur soweit relevant, als dass ein schneller, unkomplizierter Bestellvorgang dem Kunden keine Zeit gibt, Zweifel zu bekommen.

Am Ende ist es nicht wichtig, woher die Besucher kommen und warum sie wieder gehen, sondern ob sie kaufen oder eben auch nicht. Es ist nicht einmal wichtig, ob ein Kunde sich vorher überhaupt für Ihre Produkte interessiert hat. Es geht im Prinzip nur darum, möglichst alle Zweifel des Kunden auszuräumen. Schaffen wir dies, kauft der Kunde.

Zu wenig Informationen verursachen Zweifel!

Zweifel ausräumen – Wie schaffen wir dies? Wenn wir unsere kleine Liste oben noch einmal ansehen, merken wir, die meisten Zweifel haben die Kunden, weil sie bestimmte Informationen nicht haben. Gewicht des Fernsehers, Länge des Kabels, etc.

Das Bereitstellen dieser Informationen ist etwas, was Sie selbst in der Hand haben. Liefern Sie dem Kunden so viele Produktinformationen wie möglich und diese so übersichtlich wie möglich.

  • Wie viele und welche Anschlüsse hat der Fernseher (Fotos!).
  • Wie schwer ist das Teil.
  • Wie lang ist das Stromkabel.
  • Welche weiteren Kabel mit welchen Anschlüssen werden mitgeliefert.
  • Usw. usf.

Bieten Sie dem Kunden vielleicht eine Auswahlfunktion, indem Sie verschieden lange Kabel mit verschiedenen Anschlusskombinationen zum Dazubestellen anbieten. So dass der Kunde sich das passende Kabel selbst aussuchen kann und Sie haben seine Zweifel diesbezüglich elegant ausgeräumt.

Ständige Rabattaktionen zerstören das Kundenvertrauen!

Kurz noch einmal zur Preisgestaltung. Seien Sie zurückhaltend mit Preissenkungen und Rabattaktionen. Damit können Sie ganz schnell Stammkunden verprellen, die vor kurzem ein Produkt erworben haben und jetzt sehen müssen, dass Sie es eine Woche später zum halben Preis bekommen hätten. Beim nächsten Einkauf kommen dann automatisch die Zweifel: „Sollte ich vielleicht noch warten. Dieser Shop macht ja eine Rabattaktion nach der anderen.“

Ein Leser hat mich letztens auf ein Produkt aufmerksam gemacht, dass der Anbieter in seinem Shop für 149,00 Euro angeboten hat. Verließ der Kunde den Shop ohne zu kaufen, bekam er das Produkt in einem Pop-Up-Fenster zum Preis von 129,00 Euro angeboten. Ein paar Tage später bekam der Leser dann einen Newsletter, indem ihm das gleiche Produkt für 99,00 Euro angeboten wurde. Er war einfach nur verärgert und froh nicht gekauft zu haben (und wird dort wohl nie wieder kaufen), aber wie wird einem Kunden zumute gewesen sein, der das Produkt regulär im Shop für 149,00 Euro erworben hatte? Vielleicht, weil er sehr schnell überzeugt war, von der Seriösität des Verkäufers?

Der Kunde, der das Glück hatte, das Produkt für 99,00 Euro zu bekommen wird im ersten Augenblick vielleicht stolz wie Oskar sein. Aber spätestens bei seinem nächsten Besuch im Shop dieses Anbieters wird er sich fragen, ob die anderen Angebote auch so überteuert sind. Er wird Zweifel bekommen, ob er zu den angegebenen Preisen kaufen soll oder doch besser warten, bis das Produkt in wenigen Tagen per Newsletter beworben wird.

Ständige Rabattaktionen, die auch noch per Newsletter bei den Stammkunden beworben werden, sind um einiges schlimmer, als wenn der Kunde später merkt, dass er das Produkt bei einem anderen Anbieter billiger bekommen hätte. In diesem Falle wäre er ja selbst schuld, weil er vor dem Kauf nicht gründlich genug recherchiert hat.

Zu viele Informationen lassen Kunden verzweifeln!

Achten Sie besonders auch auf den zweiten Punkt der obigen Liste. Der Kunde kann nicht nur zu wenig, sondern auch zu viele Informationen haben! Nämlich dann, wenn wir ihm zu viele Produkte auf einmal präsentieren. Er kann sich bei zu großer Auswahl nicht zwischen den verschiedenen Modellen oder Varianten entscheiden. Das führt dazu, dass er entweder gleich aufgibt oder, wenn er sich mittendrin dann doch zu einer Entscheidung durchringt und ein Produkt in den Warenkorb packt, er am Ende, im entscheidenden Moment, doch wieder Zweifel bekommt.

Hier gilt die Faustregel: Nie mehr als drei Produkte gleichzeitig präsentieren. Mit jedem weiteren Produkt sinkt die Bestellquote dramatisch. Wissenschaftliche Experimente haben bewiesen: Muss ein Kunde aus mehr als drei Produkten eine Wahl treffen, ist er überfordert. Egal, welchen IQ er hat. Das Gehirn will einfache Entscheidungen, um sicher zu gehen. Drei ist dabei die Grenze. Mehr kann es nicht in einem Zusammenhang überblicken, ohne sich anstrengen zu müssen. Und mit der Anstrengung wachsen die Zweifel, nicht vielleicht doch etwas übersehen oder falsch bewertet zu haben.

Probieren Sie es selbst einmal aus. Suchen Sie sich irgendeine Liste oder Tabelle. Werden mehr als drei Produkte verglichen, spürt man, wie das Gehirn richtig arbeiten muss und uns fällt eine Entscheidung für das richtige Produkt ungleich schwerer, als wenn wir exakt drei zur Auswahl haben.

  • Billig, Mittel, Teuer.
  • Klein, Mittel, Groß.
  • Wenig, Mittel, Viel.

In diesen Kategorien denkt unser Gehirn und in diese Kategorien will es auch Produkte, die zur Wahl stehen, einteilen, um eine Entscheidung zu treffen. Kann es dass nicht, fühlen wir uns nicht wohl (und nicht sicher). Übrigens entscheiden die Kunden sich dann meist für das preislich in der Mitte liegende.

Nur Informationen überzeugen!

Im Ladengeschäft würde er sich jetzt vielleicht noch an einen Verkäufer wenden (können), um seine Zweifel mit Hilfe von Informationen doch noch auszuräumen, bevor er sich auf den Weg macht zum Konkurrenzladen. Das ist bequemer! Bevor er in einem Onlineshop das Falsche kauft, kauft er lieber gar nicht. Er nutzt nicht das Kontakt-Formular oder ruft den Support an. Es ist im Internet nämlich viel einfacher zum nächsten Anbieter zu gehen, als mit dem Shopbetreiber/eBay-Verkäufer Kontakt aufzunehmen. Das ist bequemer!

Deshalb bleibt uns im Onlinehandel nur die Möglichkeit den Besucher vorher zu überzeugen. Und das nur durch Informationen. Kein Ansehen, Anfassen, Ausprobieren der Ware, kein Verkaufsgespräch – nur Worte, Bilder und (immer wichtiger!) Videos.

  • Informationen- in der richtigen Menge (für ein Produkt so viel wie möglich, aber maximal für drei Produkte gleichzeitig),
  • verständlich und übersichtlich präsentiert, (Der Kunde muss die Produkte einfach vergleichen können, um eine sichere Entscheidung zu treffen.)

sind die Voraussetzung dafür, dass ein Kunde sich in seiner Entscheidung sicher fühlt.

Die Antwort auf unsere Frage

Kein Marketing, keine Werbebotschaft kann dieses Sicherheitsgefühl erzeugen. Dies muss im Shop selbst geschehen, auf dem Weg von der Einstiegsseite/Landingpage zur Bestellbestätigung. Aber, und das ist eigentlich das wirklich Gute daran: Jeder Shopbetreiber oder eBay-Verkäufer kann selbst dafür sorgen, dass der Kunde dieses sichere Gefühl bekommt. Dazu ist kein Geheimwissen notwendig, noch nicht einmal Fachwissen. Wir alle sind schließlich auch Kunden und wir alle kennen das Gefühl, wenn wir uns bei einer Kaufentscheidung nicht sicher sind. Das Einzige was wir lernen müssen, ist, unseren eigenen Shop aus Sicht der Kunden zu sehen. Immer wieder aufs Neue. Fühlen wir uns hier wirklich sicher?

Denn die Antwort auf unsere Frage lautet: Kunden kaufen, wenn sie sich sicher sind!
[/dt_sc_toggle]
[dt_sc_toggle title=“Besucher, die unbekannte Spezies“]

Betrachten wir einmal den Begriff „Besucher“ etwas genauer, um hinter das Geheimnis dieser so merkwürdigen Spezies zu kommen. Darin versteckt sich nämlich ein weiterer Begriff: Be-Sucher! Das ist bestimmt kein bloßer Zufall. Ursprünglich bezog sich dieser Begriff ja auf Menschen, die irgendwo hinkamen, um eine oder mehrere andere Personen zu suchen.

Be-Sucher

Manche Menschen machen sich extra auf einen langen Weg um jemanden zu besuchen, manche Leute schauen ganz spontan mal vorbei. Aber sie haben alle etwas gemeinsam: Egal wie lange sie unterwegs waren, sie haben, schon bevor sie irgendwo hinkommen eine Erwartung! Nämlich die, jemanden zu finden! Sonst würden sie gar nicht erst losgehen.

Für einen Internet-Besucher trifft das alles natürlich nicht wortwörtlich zu. Die wenigsten Internetnutzer gehen wohl davon aus, eine andere Person leibhaftig zu treffen, wenn sie eine Webseite anklicken. Aber auch unser Internet-Besucher spaziert nicht ziellos durch World Wide Web. Auch er ist auf der Suche und hat die Erwartung etwas zu finden, wenn er irgendwo hingeht, was er im übertragenen Sinne macht, wenn er eine Webseite besucht.

Wenn wir unsere Webseiten-Besucher besser verstehen wollen, könnten wir herausfinden, was diese überhaupt bei uns suchen. Dann könnten wirn unsere Inhalte darauf hin optimieren.Das wäre allerdings ein sehr aufwendiges und mühseliges Unterfangen. Es gibt tausend Dinge, die ein  Besucher auf unserer Webseite suchen könnte. Alle diese Erwartungen gleichzeitig optimal erfüllen zu können, ist schlichtweg unmöglich.

Bleibt uns noch der andere Weg. Wir müssen die Besucher finden, deren Erwartungen wir mit unserer Webseite erfüllen können. Das ist genau die Spezies, die wir brauchen. Das ist unsere Zielgruppe. Am Anfang steht also immer die Frage:

Welche Zielgruppe sprechen wir mit unserem Angebot überhaupt an?

Daran schließen sich gleich weitere Fragen an:

  • Ist unsere Zielgruppe groß genug, um überhaupt genügend genügend Besucher zu generieren?
  • Sind unsere Angebote, Inhalte für unsere Zielgruppe richtig?
  • Spricht unsere Werbung / unser Marketing auch tatsächlich unsere Zielgruppe an?

An diese Stelle könnte man noch viele Fragen stellen und sich ausführlich mit dem Thema Zielgruppe beschäftigen, aber wir wollen vorher noch einige grundsätzliche Dinge in Bezug auf Be-Sucher klären. Dazu möchte ich einmal die Frage stellen:

Was suchen Besucher im Internet?

Die einzig richtige Antwort lautet:

Ein Besucher sucht im Internet nach Informationen!

Immer!

Auch wenn Sie jetzt einwenden, die Leute suchen im Internet auch Gebrauchtwagen, Billig-Schnäppchen, Ferienreisen, Bücher, Sex-Videos, illegale Musikdownloads, usw. – das ist nicht ganz richtig! – Sie suchen Informationen über diese Dinge! Zum Beispiel die Information, wo man solche Angebote finden und nutzen kann.

Nehmen wir hier einmal den klassischen Online-Kauf:

Kein Mensch gibt einen Suchbegriff bei Google ein, klickt dann sofort auf den erstbesten Link eines Onlineshops, wählt schnellstens sein Produkt und klickt auf den „Kaufen“-Button. So schnell geht das nicht.

Was aber macht der Suchende in der Zeit zwischen Eingabe des Suchbegriffs und dem tatsächlichen Kauf oder auch dem Herunterfahren des Computers. Er vergleicht die Preise, die Ausstattung, Lieferkosten und begutachtet den Anbieter, wechselt zu einem anderen Anbieter, liest Kundenkommentare etc. Er informiert sich. Er sucht Informationen!

Ein naheliegendes Beispiel: Was haben Sie gesucht, bevor Sie auf diesen Artikel oder auf Netzreseller aufmerksam geworden sind? Ich nehme einmal an: Informationen zum Thema Online-Marketing / Onlinehandel. Richtig?

Gut, ich sage Ihnen: „Diese Informationen haben Sie hier gefunden!“

Aber würden Sie diese Informationen für richtig halten, wenn Sie mir nicht vertrauen würden? Oder umgekehrt, würden Sie mir vertrauen, wenn Sie auch nur das Gefühl hätten, diese Informationen sind falsch? In beiden Fällen wohl eher nicht. Etwas zu behaupten ist das Eine. Vertrauen etwas ganz Anderes.

Das bedeutet für mich: Ich muss Ihr Vertrauen erlangen. Wie? Indem ich Ihre Erwartungen erfülle. Was erwarten Sie? Sie erwarten nützliche, verständliche und ausführliche Informationen.

Was würden Sie machen, wenn Sie nicht das Gefühl hätten, hier Ihre Erwartungen erfüllt zu bekommen? Wenn Sie zum Beispiel das Gefühl hätten, ich würde versuchen Ihnen ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Dienstleistung aufzuschwatzen? Sie hätten kein Vertrauen.

Sie würden sich woanders hin wenden und weiter suchen. Wie lange? So lange, bis Sie finden, was Sie suchen. Ich bin ja nicht der Einzige, der Informationen im Internet anbietet. Also ganz wichtig sich zu merken:

Ein Besucher sucht Vertrauen!

Sie sind noch hier. Dann kann ich davon ausgehen, dass ich Ihre Erwartung entweder schon erfüllt habe oder das Sie zumindest glauben, das ich dies noch tun werde. Ist letzteres der Fall, habe ich Ihre Erwartungen, mit denen Sie gekommen sind zwar (noch) nicht erfüllt, aber ich habe es geschafft Vertrauen aufzubauen!

Sie haben Vertrauen, dass ich Ihnen die gesuchten Informationen liefere. Gut, mache ich doch prompt: „Wer Erfolg im E-Commerce haben will, muss hochwertigen Traffic generieren.“ Das ist die eigentliche Kernaussage des gesamten Artikels in wenigen Worten zusammengefasst.

Habe ich jetzt Ihre Erwartungen erfüllt? Wohl eher nicht.

Hier haben wir wieder einen beachtenswerten Fakt. Es würde nicht reichen Ihnen nur richtige Informationen zu liefern. Sie erwarten eine bestimmte Menge an Informationen in einer bestimmten Form. Genau das haben wir Ihnen in der Werbung für Netzreseller ja auch versprochen. Diese kurze Aussage da oben würde Ihnen nicht reichen. Ihre Erwartungen wären immer noch nicht erfüllt. Ich muss Ihnen nicht nur sagen, dass etwas so ist, wie es ist, sondern auch, warum es so ist. Sie wollen mir ja nicht einfach nur glauben, sondern es selbst verstehen. Denn auch das hatten wir Ihnen in unserer Werbung versprochen.

Ein Besucher hat Erwartungen

… und möchte diese erfüllt bekommen!

Mit Vertrauen aufbauen allein ist es deshalb nicht getan. Man muss auch die Erwartungen der Besucher erfüllen. Oft ist man sogar selbst schuld daran, wenn die Erwartungen sehr hoch sind. Was haben wir da nicht alles in unsere Anzeigen reingeschrieben, um Sie dazu zu bringen, draufzuklicken.

Man sollte beim Texten seiner Werbeversprechen deshalb nicht nur darauf abzielen so viele Besucher wie möglich zu generieren, sondern sich ruhig auch einige Gedanken darüber machen, ob man diese Versprechen später auch erfüllt. Und hier gilt nicht Ihr eigenes Urteil, sondern dass des Besuchers.

Deshalb sind Kundenmeinungen so wichtig. Nur durch diese bekommt man ein realistisches Bild davon, ob man die selbst geweckten Erwartungen seiner Besucher tatsächlich erfüllt. Gerade negative Meinungen, mögen sie in der Form auch oft übertrieben oder überspitzt sein, legen meist den Finger in eine Wunde.

Verlangt man für eine Ware oder Dienstleistung auch noch Geld, steigt natürgemäß auch die Erwartungshaltung des Besuchers. Und zwar proportional zum Preis. Kostenlose Angebote oder Gratis-Geschenke werden meist als eine Art Warenprobe angesehen. Missfällt das Ergebnis, ist der Kunde zwar enttäuscht, aber nur, weil das Versprechen des Verteilers sich als falsch herausgestellt hat. Man wird diesen „Angeber“ in der Zukunft mit anderen Augen sehen. Hat man aber Geld investiert und wird enttäuscht, sind Ärger und auch Wut deutlich größer. Einen solch verärgerten Kunden zurückzugewinnen ist extrem schwer.

Immer verliert man ein Stück Vertrauen bei den Kunden, wenn man deren Erwartungen nicht erfüllt, weil man mit den Behauptungen in der Werbung ein Versprechen abgegeben hat, welches der Besucher einem abgenommen hat. Zum Beispiel in dem Moment, wo er auf eine AdWords-Anzeige klickte oder gar einen Preis für ein Produkt gezahlt hat. Damit hat er Ihnen einen Vertrauensvorschuss gegeben. Erfüllen Sie seine Erwartungen jetzt nicht, haben Sie diesen Vorschuss verspielt, sein Vertrauen nicht gewonnen, denn …

Nur wenn man die Erwartungen des Besuchers erfüllt (oder übertrifft), erhält man sein Vertrauen!

Verwechseln Sie das Vertrauen, das ich gerade beschreibe, bitte nicht mit dem „Vertrauen in ein Produkt gewinnen“, das manchmal in Bezug auf den Onlinehandel propagiert wird. Dieses Vertrauen kann ein Nebeneffekt sein.

Meist hat sich der Kunde schon vorher ziemlich genau auf ein Modell oder zumindest eine Marke festgelegt und sucht nur noch nach bestätigenden Informationen und eben einem vertrauenswürdigen Verkäufer. Auch der Preis spielt nachweislich nur die zweite Rolle beim Kauf im Internet.

Der Kunde kauft nur, wenn er Vertrauen in eine Webseite bzw. einen Anbieter hat.

Er kauft nicht beim günstigsten oder lautesten Online-Anbieter, sondern bei dem, bei dem er das meiste Vertrauen hat. Oder er kauft auch gar nicht, wenn er keinen Verkäufer findet, dem er vertraut.

Jetzt werden sich einige Leute vielleicht fragen, warum es denn so viele, schon auf den ersten Blick völlig unglaubwürdige Angebote gibt, wo dem ahnungslosen Besucher das Blaue vom Himmel herab versprochen wird. Die Antwort liegt schon in der Frage: „ahnungslos“. Jeder halbwegs informierte Besucher, wie Sie oder ich, erkennt windige Angebote schon von Weitem, aber manch anderer muss halt erst seine eigenen Erfahrungen machen.

Am meisten vertraut ein Kunde der Meinung anderer Kunden, weil er diese für neutral und unvoreingenommen hält. Andere Kunden wollen selbst ja nichts verkaufen, haben also kein finanzielles Interesse irgendwelcher Art, wenn sie eine Kundenrezession schreiben, so der gute Glauben. Man baut deshalb oft gleich vielfach Vertrauen auf, wenn man die Erwartung nur eines Kunden erfüllt und dieser eine Kunde die frohe Botschaft an andere Kunden weitergibt.

Der Preis spielt in diesem Zusammenhang natürlich auch eine Rolle, aber nicht die alles entscheidende, wie viele vielleicht denken. Ist ein Anbieter nämlich sehr billig, kann er in den Augen des Kunden auch zu billig sein. Der Kunde vermutet irgendeinen Betrug oder Mangel an der Ware und baut eben kein Vertrauen auf. Gleiches kennen wir von den 1-Euro-Läden. Mit welcher Erwartung bezüglich Produktqualität gehen Sie in einen solchen Laden?

Gleiches gilt übrigens für übertriebenes Marketing. Bewirbt ein Anbieter seine Produkte zu marktschreierisch, wird der Kunde misstrauisch und fragt sich, warum der so rumtönen muss. Hat er vielleicht etwas zu verbergen? Er fasst wieder kein Vertrauen.

Jetzt muss man aber auch dazusagen, das die, ich nenne sie einmal „Vertrauensschwelle“ bei manchem Internetnutzer immer noch ziemlich niedrig ist. Deshalb findet sich auch immer Leute, die auf die windigsten Versprechen, meist vom großen Geldregen ohne Arbeit, hereinfallen. Hinterher ist das Geheule immer riesengroß und Schuld nur der Betrüger.

Spam ist etwas Ähnliches. Würde niemand auf diese meist grottenschlechten Spam-Mails hereinfallen, würde es keine geben. Aber wie man hört, machen die Spamversender ein Riesengeschäft. Wer zum Teufel klickt auf diese Links? Wer ruft bei den Glücksspiel-Hotlines an?

Bevor ich jetzt aber vom eigentlichen Thema abschweife. Ich glaube, ich konnte verständlich machen, das der Internetnutzer tatsächlich Informationen sucht. Manch einer nimmt eben die Aussage: „Sie werden mit unserer Methode schneller reich als Sie gucken können!“ für bahre Münze, hält sie für eine vertrauenswürdige Information.

Das Beispiel oben war sehr auf das Verkaufen bezogen, aber der Erfolg von Blogs oder Enzyklopädien wie Wikipedia zeigen deutlich, dass auch Informationen abseits vom Shopping einen sehr hohen Stellenwert im Internet haben. Ein gutes Beispiel: Online-Partnervermittlungen. Hier werden Informationen über flirt- bzw. beziehungswillige Mitmenschen gesucht und gefunden.

Es gibt unglaubliche viele Arten von Informationen und es kommen immer neue hinzu. Nicht mehr das Finden, sondern das Herausfiltern der für einen selbst relevanten, richtigen Informationen ist heutzutage die wirkliche Herausforderung. (siehe auch den Artikel „Information overflow“)

Weiter oben war ja die Rede von guten und weniger guten Besuchern. Wie Sie die einen von den anderen unterscheiden, erfahren Sie im nächsten Teil.
[/dt_sc_toggle]
[dt_sc_toggle title=“Gute und weniger gute Besucher“]

Tante Hilde und Onkel Herbert

Tante Hilde kommt uns heute besuchen. Was macht sie dabei?

Sie geht zu Fuß, fährt Fahrrad, Auto, Bus, Bahn oder fliegt mit dem Flugzeug. Halt, nicht womit sie es macht! Was macht sie? Sie bewegt sich hin zu uns. Sie wird aktiv! Während wir nur warten.

Das Gegenteil: Onkel Herbert. Der ist zu Hause geblieben, hockt in seinem gemütlichen Sessel und schaut (endlich einmal in Ruhe) Fußball. Halbzeit. Werbepause. Onkel Herbert rührt sich nicht. Er muss überhaupt nichts machen, die Werbung erreicht ihn auch so. Er bleibt passiv. Würde er jetzt die Fernbedienung nehmen und wegzappen, wäre das eine aktive Handlung. Macht er aber nicht.

Was macht nun der Internet-Besucher? Richtig, er bewegt sich (meist den linken oder rechten Zeigefinder), er ist aktiv. Indem er einen Begriff in eine Suchmaschine eingibt, mit dem Mauszeiger auf eine Anzeige klickt usw.

Ein Internet-Besucher wird immer selbst aktiv bevor er eine Webseite besucht!

Aber es resultiert eine weitere Erkenntnis daraus. Ich habe es im letzten Teil schon einmal erwähnt.

Wenn der Besucher aktiv wird, verbindet er damit immer auch eine Erwartung!

Die können Sie erfüllen, übertreffen oder auch enttäuschen.

Tante Hilde erwartet, wenn sie uns besucht, zumindest freundlich aufgenommen zu werden. Haben wir Ihr vorher eine Einladung zu unserem Geburtstag geschickt, erwartet sie bestimmt auch eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen. Dafür bringt sie aber auch ein Geschenk mit.

Onkel Herbert in seinem Sessel erwartet von der Werbung in der Halbzeitpause nichts. Er hofft, dass sie möglichst schnell vorbei geht, und ist schon froh, wenn sie ihn nicht allzu sehr nervt. Aber er ist ja auch nicht aktiv geworden, hat keine Energie dafür aufgewendet, die Werbung sehen zu können. Eher das Gegenteil: Ihm hat die Energie gefehlt, die Fernbedienung vom Tisch zu heben.

Und unser Internet-Besucher? Er hat Energie aufgewendet und will dafür belohnt werden! Und zwar indem seine Erwartungen erfüllt oder sogar übertroffen werden. Werden sie dagegen enttäuscht, ist das ein Vertrauensbruch, der Besucher nimmt den nächstbesten Hinterausgang und wird nie wieder gesehen.

Sein Besuch war nutzlos! Und zwar nicht nur für ihn, sondern auch für uns!

Nutzlose Besucher

Bei dem Erwartungsding steckt man in einem ziemlichen Schlamassel. Einerseits darf man keine zu großen Erwartungen wecken, die man später womöglich nicht erfüllen können, andererseits muss man dem potenziellen Besucher schon etwas bieten, wenn man ihn für seine Seite interessieren will. Das Netz ist voll von Alternativen und die sind alle selten mehr als ein paar Mausklicks entfernt.

Und das ein Besucher unsere Webseite findet, soll ja nicht das Ende vom Ganzen, sondern erst der Anfang sein! Schließlich verfolgt man mit seiner Webseite ja irgendein Ziel. Der Shopbetreiber will Waren oder Dienstleistungen verkaufen, der Blogger, dass seine Artikel gelesen werden, der Familienvater, dass sich Freunde und Bekannte an der so mühsam selbstgebastelten Familien-Homepage erfreuen.

Kommt nun zufällig ein passionierter Radfahrer auf die Seite des Autoherstellers Porsche, bringt das Porsche nichts, zumindest nichts Positives. Schreibt jemand einen Blogartikel über die Vorzüge der CDU, wird ein SPD-Anhänger diesen Beitrag höchstwahrscheinlich nicht lesen. Verirrt sich ein Fremder auf die liebevoll gestaltete Homepage der Familie Schmitt, mag er zwar begeistert sein, aber die meisten Informationen interessieren ihn nicht wirklich. Es kommt also nicht nur darauf an so viel Besucher wie möglich auf die eigene Webseite zu lotsen, sondern es sollen auch noch die richtigen sein.

Es kann nicht nur der Besucher von Ihrer Webseite, sondern auch Sie können von Ihrem Besucher enttäuscht sein!

Wie ich, als Tante Hilde mir wieder einmal diese selbst gestrickten, abartig kratzenden Socken geschenkt hat.

Hochwertige und minderwertige Besucher

Man unterteilt Besucher deshalb auch gerne in hochwertigen und minderwertigen Traffic.  Wobei sich die Wertung nicht auf die Persönlichkeit des Besuchers als Mensch bezieht.

  • Hochwertige Besucher sind diejenigen, deren Erwartungen Sie mit Ihrer Webseite erfüllen können. Der Radfahrer ist also für Porsche nicht hochwertig, ein frisch gebackener Lotto-Gewinner dagegen schon.
  • Minderwertige Besucher sind alle die, deren Erwartungen Sie mit Ihrer Webseite eben nicht erfüllen können. Noch einmal bemerkt, diese Wertung bezieht sich nicht auf die Person selbst. Auch ich könnte in Ihrem Onlineshop ein minderwertiger Besucher sein, wenn Sie nur große Geländewagen verkaufen. Ich mag diese Dinger nicht und würde nie einen kaufen. Nicht bei Ihnen und auch nirgendwo anders.

Das liegt aber nicht an Ihnen als Person oder daran, das ich Ihnen nicht über den Weg traue. Sie können nur meine Erwartungen in Bezug auf Autos nicht erfüllen, weil Sie nichts für mich Interessantes anbieten. Ich kann im Gegenzug Ihre Erwartung nicht erfüllen, weil ich bei Ihnen nichts kaufen werde.

Nur hochwertige Besucher sind wertvolle Besucher. Und wertvoll sind sie für uns dann, wenn Sie uns etwas geben. Ihre Aufmerksamkeit für den Blogschreiber, ihre Anteilnahme für die Familie Schmitt oder ihre Bestellung für den Shopbetreiber.

Schaffen Sie es jetzt die richtigen, weil wertvollen, deshalb hochwertigen Besucher auf Ihre Webseite zu bringen und deren Erwartungen zu erfüllen oder zu übertreffen, werden die Ihnen im Gegenzug das Gewünschte auch bereitwillig geben. Dem Blogschreiber einen tollen Kommentar, dem Shopbetreiber das Geld und der Familie Schmitt viele liebe Grüße.

Sie geben dem Besucher was er will und er gibt Ihnen dafür was Sie wollen. Kapitalismus eben. Angebot und Nachfrage. Das können Informationen genau so gut sein wie Produkte und Dienstleistungen aber auch Unterhaltung und Ablenkung, Nervenkitzel und Beruhigung.

Es müssen nur mindestens zwei zusammenfinden, die sich irgendwie gegenseitig ihre Erwartungen erfüllen können und wollen und dabei beide davon profitieren. Hier liegt jetzt auch der Schlüssel des Problems, in dem Wort „zusammenfinden“!

Wie eine kleine Garagenfirma aus Mountain View, Kalifornien dieses Problem gelöst hat, erfahren Sie im Teil Linkaufbau-Grundlagen: https://www.internetunternehmerakademie.de/4-marketing-und-traffic/traffic-aufbau-kurse/linkaufbau/
[/dt_sc_toggle]
[/DAP]

Responses

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.