Eines für (fast) alles

Es gab eine große Resonanz auf das Thema des letzten Spotlight-Newsletters: Quizzes. Heute zeige ich Ihnen einmal, was man noch so alles mit einer guten Quiz-Software anfangen kann.

Wir gehen dabei wieder vom Grundprinzip aus: Frage – Antwort. Allein mit diesen beiden Elementen kann man eine Menge verschiedener Varianten erstellen. Dazu können (aber müssen nicht) die Elemente Richtig-Falsch und auch Gewonnen-Verloren kommen.

Frage – Antwort

Umfragen

Umfragen kennt jeder. Es werden eine oder mehrere Fragen, meist zu einem ganz bestimmten Thema, gestellt und man beantwortet diese nach bestem Wissen und Gewissen. Gut oder Falsch gibt es nicht. Gewinnen oder verlieren kann man nichts. Es geht um Meinungen und meist gibt es davon ja bekanntlich nicht die eine einzig richtige.

Wir als Unternehmer möchten natürlich immer gerne wissen, was unsere Kunden (und vor allem auch die , die es beinahe geworden wären) so von uns und/oder unseren Angeboten halten, welche Wünsche sie haben und auch, was sie nicht mochten, wenn sie uns einfach die kalte Schulter gezeigt haben. Ganz allgemein interessiert uns: Was sollten wir in der Zukunft gleich, anders, besser machen, um erfolgreich zu bleiben und/oder erfolgreicher zu werden.

Früher musste man sich einige Mühe machen seine Zielgruppe irgendwie persönlich zu erreichen, entweder mit einem Klemmbrett in der Hand an belebten Straßenecken oder, gleichsam beliebt, mittels Überraschungsanruf per Telefon. Heute sind Umfragen selbstverständlich auch an jeder Internet-Ecke zu finden. Mit einem guten Quiz-Tool kann man eine solche Umfrage relativ schnell und einfach umsetzen.

Allerdings gibt es einen kleinen Haken: Die Motivation. Eine einfache Umfrage verspricht eher wenig Nervenkitzel, weder kann man falsch oder richtig liegen noch kann man gewinnen oder verlieren. Die Teilnahme an einer Umfrage ist eine freiwillige, kostenlose Leistung des Teilnehmenden für den Fragenden, die ihm kurz- und meist auch langfristig nichts einbringt. Man muss auch nicht den lästigen Klemmbrett-Typen abwimmeln oder den Telefonhörer genervt in die Gabel knallen, man kann die Bitte an einer Online-Umfrage teilzunehmen schlicht und einfach ignorieren.

Deshalb macht meist nur ein geringer Prozentsatz unserer Kunden, Webseitenbesucher oder Newsletter-Abonnenten bei einer solchen einfachen Umfrage mit. Vielleicht, weil sie gerade besseres zu tu haben, vielleicht aber auch, weil sie denken, dass es auch bei einer noch so seriös anmutenden Umfrage nur darum geht, ihnen persönliche Daten zu entlocken bzw. sie in dubiose Abzockfallen zu locken – oder ganz einfach, weil sie es mittlerweile gewohnt sind auch für das freiwillige “Abgeben” ihrer Daten bzw. Meinungen eine entsprechende Gegenleistung zu bekommen.

Aber man kann ihnen ja den Gefallemachen und die Umfrage mit einer Belohnung verbinden. Jeder Teilnehmer erhält als Dankeschön für ihre Mühe ein kostenloses Info-Paket (eBook, etc.), einen Gutschein oder irgendeinen anderen Anreiz. Das Interesse an der Umfrage (bzw. der Belohnung) steigt sprunghaft. Oft nehmen sogar mehr als 10 oder gar 20 Prozent der “Befragten” an einer solchen lohnenden Umfrage teil. Damit kann man sich schon ziemlich gut eine halbwegs solide Meinung bilden.

Abstimmungen

Abstimmungen sind im Grunde auch einfache Frage-Antwort-Umfragen. Nur mit einer Besonderheit: Man kann hier, je nachdem, wie man es sieht, richtig oder falsch liegen, gewinnen oder verlieren, denn bei Abstimmungen bekommt man am Ende (im Gegensatz zu vielen Umfragen) ja immer irgendwann die Ergebnisse zu Gesicht und kann sich mit anderen Teilnehmern vergleichen.

Man erfährt zu welcher “Gruppe” man gehört. Zur Mehrheit oder zu einer Minderheit. Menschen mögen es intuitiv nicht, sich ausgegrenzt zu fühlen und versuchen deshalb (bewusst oder nicht) möglichst auf der, ihrer Meinung nach, richtigen Seite zu sein. Meist ist das natürlich die Mehrheit aber es kann auch eine kleine Minderheit Andersdenkender sich gerade im Gegensatz zur Mehrheit auf der “richtige Seite” sehen.

Abstimmungen geben nicht die neutrale, objektive Meinung der Teilnehmergruppe wieder. Sie eignen sich deshalb eher nicht zu substanziellen Untersuchungen.

Man kann sich den “Gruppendruck” aber auch zu Nutze machen. Zum Beispiel, indem man seine Community abstimmen läßt, zu welchem Thema man das nächste Video, den nächsten Beitrag machen soll, wie die Farbe der nächsten Kollektion aussehen soll, usw. Als “Veranstalter” hat man dabei den Vorteil, am Ende immer selbst auf der Seite der Mehrheit zu stehen, man ist Teil der Community. Diese widerum fühlt sich in ihrer Mehrzahl in ihrer Meinung bestätigt, was ja auch ein sehr positives Gefühl ist. Abstimmungen sind deshalb ein gutes Instrument zur Kundenbindung.

Stimmungsbarometer

Eine besonders schnelle Form der Abstimmung ist ein sogenanntes Stimmungsbarometer. Hier beantwortet man meist nur eine einzige Frage mittels einer Skala von 1-10, stimme voll zu – stimme überhaupt nicht zu, mag ich total – mag ich überhaupt nicht, etc.

Die Ergebnisse bekommt man sofort nach der Stimmabgabe angezeigt. Gruppendynamisch gilt gleiches wie bei “normalen” Abstimmungen aber, weil eine Stimmabgabe mittels “Barometer” schnell und einfach “abgearbeitet” ist, ist auch die Beteiligung in der Regel deutlich höher als bei längeren “Fragebögen”.

Stimmungsbarometer kann man überall dort anwenden, wo man eine ganz spontane Meinung abfragen möchte. In oder unter einen Blogbeitrag, ein Video, etc. Man kann es einsetzen um einen allgemeinen Trend zu erkennen oder auch, um eine Bewertung zu erhalten. “Wie fanden Sie diesen Blogartikel?” “Sehr interessant – überhaupt nicht interessant”.

Rankingliste

Eine Rankingliste ist eine weitere Variante der Abstimmung. Man gibt dem Teilnehmer die Möglichkeit eine bestimmte Menge an Punkten/Stimmen auf eine gewisse Anzahl an Antworten zu verteilen. Hier muss der Teilnehmer sich nicht für eine einzige Antwort entscheiden, sondern kann seine Meinung auf mehrere Möglichkeiten gewichten.

Diese Form kann man einsetzen, wenn man Fragen bzw. Antworten hat, die vom Teilnehmenden nicht verlangen, sich klar und eindeutig für eine einzige Wahl zu entscheiden. Damit kann man zum Beispiel gut leicht unterschiedliche Varianten zur Wahl stellen oder dem Teilnehmer auch die Möglichkeit geben mehrere Antworten aber in unterschiedlicher Gewichtung zu wählen.

Ein einfaches Beispiel: “Wählen Sie Ihren Lieblings-Fantasyfilm!” Menschen, die Fantasyfilme mögen, haben meist einen persönlichen Favoriten aber lehnen die anderen nicht komplett ab. Eine Entscheidung zugunsten eines einzigen Films fiele vielen schwer. Wenn sie ihre Punkte verteilen können, fühlen sie sich wohler dabei. Andere setzen die volle Punktzahl auf einen einzigen Favoriten.

Eine (für Deutschland jedes Jahr wieder peinlich-schmerzliche) Ranking-Variante ist die Punktevergabe beim Eurovision Song Contest (ESC). Jedes Land kann 116 Punkte (je 58 einer Jury und des Publikums) an 10 andere Teilnehmerländer ihrer Wahl verteilen. Allerdings nicht frei, sondern nach dem Schema 12, 10, 8,7,6 … bis 1. Und am Ende gibt es eine entsprechende Rangliste.

Sortierliste

Das ist auch eine Variante der Abstimmung aber man muss, wie beim Ranking, nicht eine einzige Antwort als einzig richtige wählen. Stattdessen kann man auch hier gewichten. Diesmal nicht nach Punkten, sondern indem man die Antworten individuell in einer bestimmten Reihenfolge sortiert.

Eine solche Liste hat, ähnlich wie das Ranking, den Vorteil, dass man nicht nur erfährt, was oder wen die Teilnehmenden favorisieren, sondern auch, wie sie mehrere andere (Ranking) oder auch alle anderen Auswahlmöglichkeiten (Sortierliste) bewerten. Man erfährt also nicht nur, was (je nach Frage) als besonders positiv oder besonders negativ beurteilt wird, sondern auch immer das Gegenteil (am jeweils anderen Ende der Liste.)

MIt Hilfe einer Sortierliste kann man in Erfahrung bringen, was den Teilnehmern besonders am Herzen liegt, auf der Zunge brennt, Kopfschmerzen verursacht, etc. Man kann dadurch wichtige Rückschlüsse auf die tatsächlichen Probleme seiner Zielgruppe ziehen. Welches Thema ist gerade besonders wichtig? Welches Thema läuft aktuell eher unter “ferner liefen”.

Das waren bis jetzt alles Varianten, bei denen es in erster Linie darum ging die Meinung der Teilnehmer zu erfahren oder andere Informationen, die man für die zukünftige Ausrichtung seines Geschäftes nutzen kann. Auch kann man auf diese Weise die Community in die eigenen Aktivitäten einbeziehen oder einzelne Zielgruppen erkennen, analysieren und segmentieren. Aber ein echtes Quiz sind sie eher nicht, weil es bei ihnen kein klares und eindeutiges Falsch gibt! Man kann zwar anderer Meinung sein, als die Mehrheit aber das an sich ist ja nicht falsch.

Richtig – Falsch

Nehmen wir unser letztes Beispiel, die Sortierliste, aber machen wir es dem Teilnehmer jetzt nicht ganz so einfach. Er soll auch jetzt eine bestimmte Anzahl vorgegebener Antworten in eine Reihenfolge bringen, aber diesmal nicht einfach nach seinem Gefühl, sondern in der einzig richtige Reihenfolge.

Einfaches Beispiel: “Sortieren Sie der Höhe nach, angefangen bei dem größten …”

Im Gegensatz zu Umfragen oder Rankinglisten mit Punktevergabe hat hier der Teilnehmer nicht die freie Wahl. Es gibt nur eine einzige vom Quizveranstalter klar vorgegebene Lösung. So kann (und will) man natürlich nicht die Meinung oder Stimmung des Teilnehmenden abfragen. Hier hat man stattdessen am Ende ein eindeutiges Ergebnis, eine objektive Wertung: Richtig oder Falsch!

Das kann man jetzt für sich als Veranstalter auswerten: Wo liegen Stärken und Schwächen der Teilnehmer insgesamt. Wo ist Wissen vorhanden und wo eher nicht. Daraus resultierend kann man entsprechende Angebote erstellen. Aber viel wichtiger: Man kann die Ergebnisse aus Sicht jedes einzelnen Teilnehmers (!) auswerten und ihm mit dieser Auswertung ein individuelles Feedback geben. So lassen sich einzelne Zielgruppen segmentieren, sogar bis hin zu einzelnen Personen.

Gewinnen – Verlieren

Alle diese Varianten eignen sich (mehr oder weniger) dafür die Teilnehmer in verschiedene Zielgruppen zu sortieren. Das nützt einem aber nur etwas, wenn man danach auf irgendeine Art und Weise Kontakt zu ihnen aufnehmen kann.

Man kann ans Ende in die Auswertung Links, Rabattcodes oder ähnliches einfügen, um die Teilnehmer auf eine entsprechende Landingpage leiten. Besser wäre es natürlich, man würde Kontaktdaten bekommen, verbunden mit dem Recht, den Teilnehmer später noch einmal zu kontaktieren, um ihm ein individuelles Angebot zu unterbreiten. Vor allem natürlich, wenn man beratungsintensive Angebote machen möchte.

Man kann mit Hilfe von Umfragen oder Quizzes die Zielgruppe bis auf jeweils wenige Zielpersonen mit den gleichen Eigenschaften, Problemen, Vorlieben, Kaufwünschen, etc. segmentieren. Je mehr Fragen man stellt, desto mehr Antworten man bekommt, desto mehr individuelle Informationen bekommt man. Und diese kann man mit ein wenig Geschick beim Zusammenstellen des Quizzes in immer kleinere Zielgruppen aufsplitten. (Wie man das am besten macht, erzähle ich Ihnen in den nächsten Wochen genauer.) Diese genaue Segmentierung ist einer der großen Vorteile von Frage-Antwort-Formularen.

Aber mit den Kontaktdaten geizen die Menschen bekanntlich immer mehr. Aus gutem Grund. Sie müssen sich schon eine Menge Vorteile versprechen, bevor sie der Kontaktaufnahme zustimmen. Bei einem 0851-Quiz mit drei billigen Fragen wird sich niemand von der Auswertung so großen Erkenntnisgewinn versprechen, dass er sie sich per Mail zuschicken lassen würde. Bei einem Persönlichkeitstest (siehe unten) sieht das schon ganz anders aus! Und wenn man jemanden davon überzeugen konnte, dass man ihm als Experte bei den im Quiz aufgezeigten Problemen seriös weiterhelfen könnte, ist dieser eher bereit sich auf ein unverbindliches Beratungsgespräch einzulassen.

Der heilige Gral der Zielgruppen-Segmentierung

Wie oben schon kurz erwähnt gibt noch eine weitere sehr effektive Art, wie man eine gute Quiz-Software einsetzen kann: Persönlichkeitstests. Nichts fasziniert den Menschen mehr, als er selbst. Die Möglichkeit mehr über sich zu erfahren, läßt er sich meist nicht entgehen. Denn statt ein paar Gratisproben oder Rabattgutscheinen erwartet den Teilnehmer hier echter Erkenntnisgewinn. Erkenne Dich selbst! (Erinnern Sie sich noch an den letzten Newsletter?)

Deshalb sind Persönlichkeitstests die mit Abstand effektivste Frage-Antwort-Variante, wenn es darum geht, Zielgruppen so weit wie möglich zu segmentieren und Kontakte zu generieren. Sie aktiviert deutlich mehr Menschen daran teilzunehmen als alle anderen Arten von Umfragen bzw. Quizzes. Gleichzeitig hat sie, richtig zusammengesetzt, das größte Potenzial, den Teilnehmern “auf den Zahn zu fühlen”.

Bei Persönlichkeitstests erwartet der Teilnehmer persönliche Fragen gestellt zu bekommen und beantwortet diese relativ wahrheitsgetreu, denn er will ja am Ende ein relativ realistisches Ergebnis bekommen. Allerdings sind solche Angaben natürlich besonders sensibel, so dass man mit ein wenig Fingerspitzengefühl an die Sache herangehen muss. Die seriöse Präsentation und auch ein psychologisch durchdachter Aufbau von Persönlichkeitstest sind die Voraussetzung, um am Ende gewinnbringende Erkenntnisse für den Teilnehmer und den Veranstalter zu generieren.

Wie Sie merken, das Thema Persönlichkeitstests ist ein wenig komplizierter als Umfragen oder Pop-Up-Quizzes. Deshalb werde ich diesen  in den nächsten Wochen einen umfangreicheren Artikel widmen. Dann hoffentlich auch schon mit einem Persönlichkeitstest für InternetUnternehmer/innen an dem wir gerade intern intensiv arbeiten.

Bis dahin! Geniessen Sie den Sommer (wenn Sie können) und natürlich auch weiterhin viel Erfolg bei Ihren Projekten.

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